Botschaftsbulletins der DVRK (Jänner 2019)

Wir wurden von der D.V.R.-Koreanischen Botschaft in Wien gebeten in gewissen Abständen ihre Aussendungen hier zu veröffentlichen. Dabei hoffen wir, dass sie einen Einblick in die Ansichten der DVRK geben können. Die Themen dieser Posts müssen nicht unbedingt mit der inhaltlichen Ausrichtung von anti-imperialism.ml übereinstimmen, jedoch findet die Redaktion, dass solche Bulletins für unsere Leser zu Studienzwecken durchaus interessant sein können, sowie, dass es wichtig ist, die Meinungen und Ansichten der DVRK leichter zugänglich zu machen.

Die Bulletins sind im Original als PDF ausgesendet worden und werden hier in Originalform wiedergegeben.

Die Originaldateien können, wie immer, bei uns auch per Email angefragt werden.


Inhaltsverzeichnis:

  1. Analyse des Chinabesuchs vom Obersten Führer Kim Jong Un


Analyse des Chinabesuchs vom Obersten Führer Kim Jong Un

Kim Jong Un, Oberster Führer Koreas, besuchte als seine erste politische Tätigkeit im neuen Jahr China. Aufgrund seines Chinabesuchs werden die Merkmale seiner außenpolitischen Tätigkeiten analysiert.

Seine außenpolitischen Tätigkeiten sind vor allem auf die Erreichung des strategischen Ziels, also den stabilen Frieden auf der Koreanischen Halbinsel, gerichtet.

Die gegenwärtige Atmosphäre der Entspannung der Lage auf der Koreanischen Halbinsel resultierte, man kann sagen, aus seinem friedliebenden Standpunkt. Im letzten Jahr führte er die DVRK-USA-Gipfelgespräche von dem einmütigen Wunsch der Völker beider Länder ausgehend, in einem friedlichen Umfeld ohne atomare Bedrohung zu leben.

Es kann nicht nur einen einzigen Weg zur Friedenssicherung auf der Koreanischen Halbinsel geben. Auch während des diesmaligen Chinabesuchs erklärte Kim Jong Un, dass zwar die koreanisch-amerikanischen Beziehungen nicht reibungslos sind, aber unverändert sein Hauptstandpunkt ist, das Ziel der Denuklearisierung der Koreanischen Halbinsel bewahren, die bei DVRK-USA-Gipfelgesprächen in Singapur erreichte gemeinsame Erklärung aufrichtig ausführen und die friedliche Lösung durch Gespräche verfolgen zu wollen. Von diesem Prinzip ausgehend, stimmte er mit der chinesischen Seite darin überein, die Lage auf der Koreanischen Halbinsel richtig zu pflegen und so entsprechend den Interessen der internationalen Gesellschaft und aller Seiten um die Koreanische Halbinsel den Standpunkt zur endgültigen friedlichen Lösung der Nuklearfrage auf der Koreanischen Halbinsel unbeirrt einzuhalten.

Zugleich zeigte er den USA seinen unentwegten Standpunkt und forderte sie dazu auf, sich aufrichtig zur Gemeinsamen DVRK-USA-Erklärung zu verhalten. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass sein diesmaliger Chinabesuch vor aller Welt zeigte, wie standhaft sein friedliebender Wille ist.

Außerdem ist es bemerkenswert, dass seine außenpolitischen Tätigkeiten darauf orientiert sind, mehr Effizienz als Pflichtgebot wertzuschätzen.

Im Vorjahr besuchte er im Zeitraum von knapp 90 Tagen dreimal China. In diesem Jahr stattete er als seine erste politische Tätigkeit im neuen Jahr wieder China einen Besuch ab. Anscheinend ist es sein diplomatisches Prinzip, dass er nötigenfalls jederzeit an jedem beliebigen Ort mit jedem beliebigen Menschen zusammentreffen und eine ernste Aussprache haben kann.

Das wurde bereits von Medien der Welt kommentiert. Sie berichteten: Er legt in der Diplomatie mehr Wert auf Inhalt und Ergebnisse als auf die Form. Er ist ein zielstrebiger Führer, der nicht an Form gebunden ist und Ergebnisse erstrebt.

Es kursieren verschiedene Hypothesen darüber, ob in diesem Jahr in Bezug auf die Friedenssicherung auf der Koreanischen Halbinsel Gipfelgespräche zwischen der DVRK und den USA stattfinden würden. Wenn Gespräche zustande kommen, wird Kim Jong Un eine ernste Besprechung über die wirklichen Fragen fordern. Wenn die USA sich weiter zur DVRK unaufrichtig verhalten und symbolische Gespräche um der Rechtfertigung willen führen wollen, könnten die Wechselbeziehungen nicht mehr in eine produktive Richtung laufen. Und die DVRK kann sich dazu genötigt sehen, nach einem „neuen Weg“ zu suchen, wie er in seiner Neujahrsansprache erwähnte.

Sein diesmaliger Chinabesuch zeigte nochmals, dass er ein hervorragender Meister der Diplomatie ist.

Er wählte die Zeit, in der die Beziehungen zwischen den drei Ländern, der DVRK, China und den USA, am vorzüglichsten sind, und besuchte China unter Betonung des Sinns seiner ersten politischen Tätigkeit im neuen Jahr. Wenn die USA die Sanktionen und Erpressung gegen Korea weiter verstärken, wird es vor der Weltöffentlichkeit ein Widerspruch gegen die friedliche Lösung der Frage der Koreanischen Halbinsel und sie werden auf internationale Vorwürfe stoßen. Oder wenn sie wie jetzt mit unaufrichtiger Haltung nur die Zeit vergehen lassen, werden sich die koreanisch-chinesischen Beziehungen, die eine neue strategische Höhe erreichten, von Tag zu Tag verstärken und ihr Mitspracherecht bei der Lösung der Frage der Koreanischen Halbinsel wird schwächer.

Im Lauf der Zeit wird die Analyse bewiesen, dass die Lage auf der Koreanischen Halbinsel auch künftig nach Kim Jong Uns Willen verlaufen würde.